Geltow an Havel und Schwielowsee
Unterkünfte in Geltow
Geltow liegt am seichten Ufer dort, wo die Havel den Schwielowsee verlässt und wieder nach Norden fließt. Für die Suche nach einem Aufenthalt am Wasser bietet diese Lage eine klare Orientierung. Übernachten an Bord und eine Fahrt mit einem Hausboot sind unterschiedliche Vorhaben. Von der Baumgartenbrücke reicht der Blick über den Schwielowsee und die Havel zur Silhouette der Inselstadt Werder (Havel).
Ufer, Wiesen und Blickbezüge
Die neu gestaltete Uferzone nimmt ihren Ausgang an der Straße Am Grashorn. Dort bieten Bänke Gelegenheit zum Ausruhen und eröffnen schöne Ausblicke auf die Havellandschaft. Ein anderes Landschaftsbild erwartet Sie östlich der Straße Am Wasser: Dort liegen weitläufige Wiesen, die von alten Geltowern „Geltows Sibirien“ genannt werden. Die Flächen bieten Möglichkeiten, die Vogelwelt der Umgebung zu beobachten; Sichtungen sind dabei nicht garantiert.
Ortsgeschichte zwischen Turm und Heimatstube
Auf der höchsten Stelle des Franzensberges steht der Carlsturm. Er wurde 1870 als Aussichtsturm errichtet und nach Prinz Carl, dem Bruder Kaiser Wilhelms I., benannt. Der Turm befindet sich heute in Privatbesitz; klären Sie die Zugangsbedingungen, bevor Sie sich ihm nähern.
Die Wanderung in und um Geltow führt zur Heimatstube Geltow, in der die 1000-jährige Geschichte des Ortes präsentiert wird. Ihre Dauerausstellung behandelt das Leben und Wirken bedeutender Geltower Persönlichkeiten, darunter Freiherr Karl Harwig Gregor von Meusebach, Theodor Fontane und Förstemann. Auch die Dorfkirche gehört zur Ortsgeschichte: Sie wurde am 22. Dezember 1887 in Dienst genommen und im neugotischen Stil errichtet.
Ein weiterer historischer Bezug ist das „Ohr der Welt“ in Geltow. Dort befand sich eine Versuchsstation von Telefunken Berlin, von der aus zwischen 1919 und 1930 die erste Funkverbindung mit Amerika gelang. Der Schill-Gedenkstein ist ein Gedenkstein und Ehrenmal für Major Ferdinand von Schill, den Initiator des nationalen Erhebungsversuchs von 1809 gegen die napoleonische Fremdherrschaft. In Geltow wird das Schillsche Erbe seit Ende der 1980er Jahre gewürdigt.
Handweberei in Geltow
In der Handweberei Henni Jaensch-Zeymer können Besucher Fachleuten bei der Arbeit an historischen Webstühlen zusehen und sich die Funktionsweise des Handwebstuhls sowie die Webtechnik erklären lassen. Die Weberei arbeitet an 200 bis 300 Jahre alten Webstühlen und fertigt Stoffe nach traditionellen Mustern. Bei angemeldeten Gruppenbesuchen können Teilnehmende unter Anleitung selbst weben; erkundigen Sie sich vorab nach den Besuchsbedingungen.
Zum Angebot gehört auch ein kleiner Laden, in dem Textilien und weitere handwerkliche Produkte verkauft werden, darunter HB-Keramik und Lauchhammerkunstguss. So stehen in Geltow unterschiedliche Zugänge zu Geschichte und Handwerk nebeneinander: die Ortsgeschichte in der Heimatstube, historische Erinnerungsorte und die praktische Arbeit am Webstuhl.
Schwielowsee und weitere Orte
Im übergeordneten Reiseziel Schwielowsee ergänzen Caputh und Ferch die Ortsgeschichte Geltows um eigene Themen. Schloss und Park Caputh umfassen ein Landschloss mit frühbarocken Deckengestaltungen aus Gemälden und Stuckaturen. Das von Konrad Wachsmann erbaute Sommerhaus in Caputh bewohnte Albert Einstein mit seiner Familie von 1929 bis 1932.
In Ferch dokumentiert das Museum der Havelländischen Malerkolonie die Künstlerlandschaft rund um den Schwielowsee und widmet sich ihrer Erforschung. Der Kunstpfad in Ferch macht Spuren regionaler Künstler erlebbar und führt an Motiven bekannter Landschaftsgemälde vorbei. Die Seilfähre Caputh, auch Tussy II genannt, verbindet Caputh und Geltow auf dem Wasserweg. Wenn Sie sie für eine konkrete Überfahrt einplanen, prüfen Sie den aktuellen Fahrplan.
Weitere Reiseziele entdecken: Potsdam, Havelsee, Radewege, Werder An Der Havel, Kloster Lehnin.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Potsdam-Mittelmark.